EHC Rot-Blau Bern-Bümpliz – Dragon Queens 2:3
14. November 2016
Dragon Queens – DHC Lyss 4:3
24. November 2016

Cup 1/8-Final: Dragon Queens – HC Lugano Ladies Team 1:21

Nur knapp 19 Stunden nach der Schlusssirene vom Meisterschaftsspiel am Samstag gegen Rot-Blau Bern-Bümpliz, stiegen die Queens wieder in ihre Ausrüstungen für das Cup-Spiel gegen die Lugano Ladies. Was die Queens gegen das zwei Liga höher spielende und aktuelle Vizeschweizermeister-Team aus Lugano erwartete, wusste keiner. Wie werden sie spielen, wie schnell sind sie oder auch wie weh tut es, wenn man einen Schuss blockt, waren alles Fragen, die man vor dem Spiel in der Garderobe hörte. Sogar Michèle Schlüchter, die normalerweise ohne Tiefschutz spielt, zog vor diesem Spiel einen Damen-Glöggeler an. Das grosse Ziel der Queens war „Fröid ha“ und doch nicht kampflos aufgeben. Ob es sogar für ein Tor gegen Lugano reicht? Die Nervosität war bei allen spürbar. Doch keine Spielerin war so nervös wie unser neuer Coach Daniel Jörg. Das Fläschchen Carmol, was er immer bei sich trägt, war schon vor dem Spiel fast leer.

Mit dem Start wurde auch gleich die erste Frage geklärt. Die Frauen aus Lugano starteten sehr schnell und schlugen gleich ihr Tempo an. Die Queens wurden sozusagen überfahren und mussten sich verteidigen. Bereits in der zweiten Spielminute mussten die Queens in Unterzahl antreten. Sie hielten etwas mehr als eine Minute durch, bevor Lugano den ersten Treffer der Partie erzielte. Es ging im gleichen Tempo weiter wie das Spiel begonnen hat. Egal was die Queens versuchten, es war immer irgendwo eine Gegnerin die den Puck abfing. Das Wort „rotieren“ bekam eine ganz neue Bedeutung. Doch die Queens meisterten sich gut und versuchten alles um den Gegner in irgendeiner Form zu stören. Dies gelang nicht immer und deshalb fielen im ersten Drittel auch weitere fünf Tore.

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Schon bereits etwas erschöpft, aber noch immer voller Motivation und Freude schritten die Queens zum zweiten Spielabschnitt. Lugano spielte weiterhin ihr Spiel und die Queens gaben ihr Bestes. Die Anfangseuphorie verschwand ein wenig und die Queens waren nicht mehr so aufmüpfig wie im ersten Drittel und jeder Fehler wurde von Lugano schamlos ausgenutzt. Bis zur Spielhälfte fielen weitere fünf Tore. Wie vor dem Spiel abgemacht, wechselten die Queens die Torhüterin. Auch bei Lugano gab es einen Torhüterwechsel. Kurz nach dem Wechsel erzielten die Ladies aus Lugano das 13:0.

Die nächste Aktion gehörte dann allerdings den Queens. Nadja Gäggeler entwischte auf der blauen Linie und zog alleine gegen das gegnerische Tor. Trotz oder vielleicht gerade wegen der grossen Nervosität fand Nadja die Lücke bei der gegnerischen Torhüterin. Die Queens sowie alle 251 Zuschauer waren aus dem Häuschen und jubelten als hätten sie gewonnen. Es war einfach nur der Wahnsinn wie die Zuschauer und Fans dieses Tor bejubelten und von ihren Sitzen hochsprangen. Sogar die Gäste aus Lugano schlugen mit ihren Stöcken an die Bande um uns zu diesem Tor zu gratulieren. Die Emotionen waren so hoch, dass sogar bei vielen Spielerinnen die Augen feucht wurden. Danke Nädu, dass du uns diesen wunderbaren Moment geschenkt hast!

Nachdem sich der Jubel etwas gelegt hatte, ging das Spiel weiter. Die Queens spielten von nun an wieder mit voller Euphorie und störten den Gegner wo sie nur konnten und kamen sogar zu einer weiteren Chance, welche aber von der Torhüterin zunichte gemacht wurde. Trotzdem fielen noch zwei weitere Tore für Lugano. Mit einem Spielstand von 1:15 aber einem riesen Lächeln auf dem Gesicht verschwanden die Queens in die Garderobe. Zum Spielverlauf gab es in der Pause nicht viel zu sagen. Die Coaches gaben den Queens nur noch eines mit auf den Weg in den letzten Spielabschnitt: „Geniesst noch das letzte Drittel vor diesem Wahnsinns-Publikum“.

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Dies nahmen sich die Queens zu Herzen und gaben noch einmal alles. Es dauerte immerhin mehr als fünf Minuten bis Lugano das erste Tor im 3. Drittel erzielte. Für ein zweites Tor der Queens reichte es leider nicht mehr. Obwohl sogar einer der Schiedsrichter uns dazu anspornte und meinte, er habe noch selten eine solche Stimmung erlebt. Es war ein sehr faires und „spannendes“ Spiel. Trotz den insgesamt 21 erhaltenen Tore können die Queens stolz sein auf ihre Leistung. Jede einzelne Spielerin spielte mit viel Herzblut und gab ihr Bestes, obwohl eigentlich bereits vor Spielbeginn der Sieger feststand. Sie haben zwar verloren aber dies ganz bestimmt nicht kampflos. Ein grosses Lob auch an die beiden Torhüterinnen welche phasenweise fast unter Dauerbeschuss standen und ihre Höchstleistung abrufen konnten.

An dieser Stelle möchten sich die Queens auch einmal ganz herzlich beim gesamten Vorstand bedanken. Die vielen Stunden, die ihr schon nur für dieses Spiel investiert habt sind unbezahlbar. Merci viu tuuusig mau, dir sit di Bestä!!!

Ein riesengrosses Merci gehört auch den Zuschauern. Die Stimmung, die ihr in der Halle verbreitet habt, war einfach nur Weltklasse! Auch von den Luganesi haben wir von diversen Seiten ein dickes Lob für unsere zahlreichen und fairen Fans erhalten.

You are simply the best!

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PS: Ein herzliches Dankeschön auch der Fotografin Mauricette Schnider, die extra den Weg aus dem Welschland auf sich genommen hat, um dieses einmalige Erlebnis für uns festzuhalten. Fotos folgen…